
11. Dezember 2011, 16:30 Uhr | Arte
Dokumentation
Karim Aga Khan IV.
und sein Lebenswerk
Karim Aga Khan IV., Imam der Glaubensgemeinschaft der Ismailis und Betreiber des größten privaten Entwicklungshilfenetzwerkes der Welt.
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Der Aga Khan, das Oberhaupt der muslimisch-schiitischen Religionsgemeinschaft der Ismailis, ist in Afrika, in Asien, im Nahen Osten oder auch in Kanada als stiller und wirkungsvoller Diplomat, als Brückenbauer, vor allem aber als Wohltäter bekannt. Sein Aga Khan Development Network, das weltweit 80.000 Mitarbeiter zählt, ist die größte private Entwicklungshilfe-Organisation der Welt.
In Europa jedoch berichtet über ihn nur die Regenbogenpresse, denn sie hat nie die Abgrenzung zu seinem Vater, einem Lebemann und leidenschaftlichen Rennstall-Besitzer, vollzogen. Die europäischen Medien transportieren so ein bequemes, vorgefertigtes Weltbild weiter.
Die echte Person des Aga Khan jedoch passt in kein Schema: in der Schweiz geboren, westlich erzogen, in Harvard ausgebildet, weitgereist, in der islamischen und westlichen Kultur verankert, setzt er sich für Demokratie und Pluralismus, für Rechte und Würde der Menschen ein. Dabei geht sein Engagement weit über die eigene muslimische Religionsgemeinschaft hinaus. Das größte Bedauern des 75 jährigen Imam gilt seiner Erfahrung, dass es in der westlichen zivilisierten Welt so gut wie keine Kenntnis der islamischen Kultur gibt. Im Bereich der Geisteswissenschaften, der Kunst, der Kultur liegt für ihn die Ebene, auf der sich Europa und der Islam begegnen können, auf Augenhöhe und mit all ihrer Vielfalt. Diesen Brückenschlag zu unternehmen darf aus europäischer Sicht als das Lebenswerk und Vermächtnis von Karim Aga Khan gesehen werden.
Zwei Jahre folgte die Filmemacherin Veronika Hofer den Reisen und den Spuren des Aga Khan. Zwei Jahre dauerte es, bis der medienscheue Imam in Nairobi, im Haus seiner Kindheit ein Interview gab, aus dem ein langes, sehr persönliches und offenes Gespräch wurde. Es stellt das Herzstück der Dokumentation dar, die sich mit dem Aga Khan auf die Reise durch eine Welt begibt, mit der sich Europa im eigenen Interesse beschäftigen muss.
Source: Radio Bremen .de
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